Da bin ich schon ganze sechs Monate von Deutschland weg. Wer hätte es gedacht!?! Ich bin auf alle Fälle der Meinung, dass die Zeit ziemlich schnell vorbeigegangen ist. Ist ja auch kein Wunder, wenn man sich immer freut, wenn man endlich einen bestimmten Abgabetermin hinter sich gebracht hat ;)
Aber es ist schon ein komisches Gefühl zu wissen, dass man „nur“ noch drei volle Monate Uni vor sich hat. Dann ist das Kapitel „University of Missouri“ in meinem Leben auch erst mal geschrieben.
Jetzt aber erst mal wieder ein Update über das, was ich so seit dem letzten Eintrag gemacht habe. Ist ja auch jetzt schon ne ganze Weile her, wobei ich im Moment nicht wirklich viel Spannendes mache. Ich bin mittlerweile ja in meinem zweiten Semester hier angekommen und bin soweit ganz zufrieden mit meiner Kursauswahl. Diejenigen, die mein Drama um die Kursauswahl mitbekommen haben, wissen ja, wie ätzend das doch am Anfang war. Für alle, die diese Geschichte noch nicht kennen sollten, hier mal eine kurze Zusammenfassung:
Ende Oktober konnten wir uns schon bereits Kurse für das kommende Semester aussuchen. Da ich gerne einen BWL Kurs machen wollte, da dies die einzigen Kurse sind, die ich noch für Bonn brauchen würde, erschien mir das auch als sehr sinnvoll. Mir wurde dann aber schnell mitgeteilt, dass man für das MBA-Programm doch voll als MBA Studentin eingeschrieben sein müsse um darin Kurse zu belegen. Da habe ich also meinen Plan geändert und wollte einen Undergrad Kurs belegen. Da aber da auch die eigentlichen Studenten Vorrang haben, konnte ich mich ohne eine so genannte Erlaubnisnummer des Profs nicht einschreiben. Ich also dem Prof geschrieben und der meinte, dass der Kurs sich irgendwann wieder öffnen würde, und ich mich dann einschreiben könne. So weit so gut. Anfang Januar hat sich der Kurs dann auch tatsächlich noch mal geöffnet, ich konnte mich aber ohne diese Nummer nicht anmelden. Ich also noch mal dem Prof geschrieben und ihn nett um ne Nummer gebeten, und dann kam folgende Antwort:
Hi Miriam, MyZou handles the enrollment, not me. I think the course is full. I have no need to be involved, its run by MyZou and the Registrar. I never get involved. Just call the Registrar if you do not understand how to use MyZou. Tim Waid, M.B.A., Ph.D.
Musste diese Nachricht erst mal zweimal lesen, bevor ich fassen konnte, was der da geschrieben hat. Im Großen und Ganzen hat der mir quasi damit geschrieben, dass ich nur zu blöd wäre mich da anzumelden. Komisch, bei meinen anderen Kursen habe ich ebenfalls die Profs angeschrieben, die mir dann eine Erlaubnisnummer geschickt haben, und ich mich damit dann anmelden konnte. Nur mal zur Info: Der Kurs war zu der Zeit noch nicht voll!!!
Fand ich dann auch cool, dass er seine kompletten Titel an seinen Namen gehängt hat, wo die meisten anderen Profs hier sogar nur mit ihrem Vornamen oder Initialen unterschreiben. Macht seine Antwort dann eigentlich nur noch unverschämter. Ich also die Mail an meine Koordinatorin im International Center geschickt. Die hat sie dann auch noch mal weitergeschickt und innerhalb von fünf Minuten hat dann bei ihr das Telefon geklingelt und es hat sich jmd. aus der höheren Etage bei ihr stellvertretend für ihn für seine Antwort entschuldigt.
Damit war das Thema BWL Kurs mehr oder weniger gegessen. Hatte dann zwar doch noch versucht über das Int. Center und durch persönliches Fragen in einen Kurs rein zu kommen, aber da blieben die alle stur. Kann ja nur von Glück reden, dass sich das anfängliche „In die Journalismuskurse kommen keine rein, die nicht voll in diesem Programm eingeschrieben sind“ sich für mich nicht bewahrheitet hat.
So belege ich dieses Semester zwei Journalismuskurse (Computer Assisted Reporting, und Public Relations Writing) und einen Kurs in Public Affairs (Organizational Change in a Community and Global Context). Da der PR Kurs ein Fortgeschrittenen Kurs ist, bin ich noch Gasthörer in dem PR Grundseminar. Hatte mich am Anfang erst mal etwas entmutigt, als nach der ersten Stunde die Austauschschülerin aus Australien den Kurs gewechselt hat, aber nach letztem Semester und dem eher unfreiwilligen Doktorandenkurs dachte ich mir, da kann ich mich schon durchbeißen. Tja, dann stellte sich aber auch noch raus, dass der Public Affairs Kurs, den ich mir auserkoren hatte, auch ein Fortgeschrittenenkurs ist, die die meisten in ihrem letzten Semester belegen. Kann also noch was geben, vor allem, da ich ja so viel Ahnung von Public Affairs habe… :-/
Ansonsten bin ich halt im Moment wieder gut in Arbeit eingedeckt. Besonders interessant sind für mich immer die Aufgaben, wo man anhand von Zahlenkolonnen in Excel-Dateien eine Story für die Zeitung schreiben soll, ohne wirkliche andere Hintergrundinfos zu haben. Auch lustig fand ich Andys Reaktion, als ich zu ihr meinte, dass ich den AP – Style Guide lesen müsse: „Das ist ja wie ein Lexikon zu lesen.“ Hat sie gar nicht so Unrecht. Ist aber wohl eher so, als wenn ihr einen Duden lesen würdet. Lerne dabei zwar viel, aber mehr als ein paar Seiten schaff ich dann auch nicht an einem Stück… Da sind mir die Pressemitteilungen für fiktive Organisation doch erst mal lieber. Am Ende des Semesters müssen wir aber eine komplette PR Mappe für eine lokale Organisation abgeben, für die wir deren Erlaubnis haben müssen. Ich habe schon eine ins Auge gefasst. Mal sehen, was die dann dazu sagen werden, wenn ich sie fragen werde… Ich werde dann berichten!
Wer im Moment die Nachrichten verfolgt, weiß ja auch, dass der Wahlkampf in den USA um die Präsidentschaftskandidatur in vollen Zügen ist. Die StudiVZ-Nutzer unter euch konnten auch bereits sehen, wie mich das so beeinflusst hat. In einer Woche waren gleich zwei Wahlveranstaltungen des Hauses Clinton an unserer Uni. Zuerst kam Chelsea, die Tochter der Clintons und hat in einem kleineren Rahmen Fragen der Zuschauer beantwortet. Später in der Woche kam dann auch noch der ehemalige Präsident Bill Clinton zu Besuch und hat unsere Sporthalle gefüllt. Ich war dann unter den Glücklichen, die erstens in die Halle noch reingepasst haben, und die ihn dann auch noch sehen konnten. Ich fand den Aufbau der Veranstaltung deshalb auch nicht so gelungen, weil einfach viel zu wenig Platz hatten und die meisten ihn dann auch noch gar nicht mal sehen konnten. Insgesamt hat mir allerdings der Vortrag gut gefallen. Bilder von Chelsea und Bill könnt ihr hier sehen.
Schade fand ich es nur, dass sich Obama nicht hat blicken lassen. Er hat dann zwar trotzdem mit Abstand in unserem Wahlkreis gewonnen am Super Tuesday, an dem 24 Staaten ihre Vorwahlen hatten, allerdings ging Missouri insgesamt an Hillary.
Bin jetzt echt mal gespannt, wer das Rennen machen wird. Dürfte für die Demokraten doch echt knapp werden!
Was hab ich sonst noch so gemacht? Letzten Freitag war ich noch bei einem Internationalen Potluck Essen, wo jeder ein Gericht mitgebracht hat und sich alle mal wieder total überfressen haben.
Samstag war es dann auch mal wieder so weit, dass das Haus of Tuck seine Pforten für eine weitere legendäre Party geöffnet hat. Der Anlass war Cats Geburtstag, der eigentlich heute ist, und das Thema war Mardi Gras, die amerikanische Antwort zu Karneval, was außer dem Zeitpunkt nicht wirklich viel gemein hat. Zwischenzeitlich kam es mir so vor, als wäre die ganze J-School (Journalismus) bei uns im Haus versammelt, aber insgesamt war es ein wirklich schöner Abend. Alle Mitbewohner hatten haufenweise Plastikketten um den Hals, die sich die Gäste dann auf irgendeine Weise erarbeiten mussten. Möchte an dieser Stelle aber festhalten, dass das nichts mit der Kettenerwerbung zu tun hat, die manch einer von berühmt-berüchtigten Videos der Frühlingsferien her kennt…
Und das Neueste und vielleicht auch für eine Weile Interessanteste zum Schluss:
Die tapferen Leser, die zu diesem Zeitpunkt noch immer am Lesen sind: RESPEKT ;) Ihr erfahrt zur Belohnung jetzt auch zum Schluss noch etwas über meinen Tripp am Mittwoch nach St. Louis. Dort findet nämlich die Midwest Model United Nations Konferenz statt, bei der wir mit unserer Delegation Kuwait vertreten werden. Es ist meine erste Konferenz dieser Art und eine gute Einführung für die Konferenz nächsten Monat in Chicago. Sollte auf alle Fälle spannend werden und ich werde dann einen Bericht und Fotos folgen lassen, wenn ich wieder zurück bin.
Ihr seid jetzt erst mal wieder erlöst. Denkt aber immer daran, was Karl Ranseier immer zu sagen pflegte: „Wenn ihr wieder Geräusche in euren Wänden und über euren Köpfen hört, dann habt ihr wohl wieder Eichhörnchen zu Gast“!