Freitag, 29. Februar 2008

Da würde ich ja mal nicht nein sagen!

Und dann noch der Nachschlag, den ich gestern bereits verfasst hatte, aber noch nicht posten wollte, da ich nicht noch mehr Beiträge posten wollte zu kurz hintereinander… wobei das ja heute auch wieder der Fall sein wird. Na ja, egal. Es soll ja Leute geben, die sich an meinen Einträgen tatsächlich erfreuen! Sachen gibt’s… ;)

Auf alle Fälle wünsche ich euch allen einen frohen 29. Februar. Kann man ja schließlich auch nur alle vier Jahre tun!

Aber wie bereits schon erwähnt, ist dieser Beitrag auf einen früheren Zeitpunkt zu beziehen, genauer gesagt auf gestern Morgen, denn kaum hatte ich die Starbucks- und Dollareinträge geschrieben, da kam auch schon sprichwörtlich der nächste Eintrag ins Haus, und zwar in der Form einen Briefes von meiner lieben Uni. Da Post von der Uni Bonn meistens nur eine weitere Rechnung bedeutet, war ich im ersten Moment nicht wirklich erfreut mal zur Abwechslung meinen Namen auf einem Brief zu sehen, da ich hier vielleicht alle Jubeljahre mal Post bekomme. Der „Brief“ bestand dann auch nur aus einem Bogen härterem Papier wo die Zahl 3.422,24 ganze fünf Mal draufstand. *Schluck*, war meine erste Reaktion. Dann wurde mir allerdings klar, dass es sich hierbei nicht um eine Rechnung handelte, sondern um einen SCHECK, der auf meinen Namen ausgestellt war! Schnelle Mathematik in meinem Kopf ließ die Zahl nach aktuellem Umrechnungskurs auf 2275€ kommen (Das tut ganz schön weh, wenn man diese beiden Zahlen aus der Sicht eines Amerikaners vergleicht!). Was ich damit nicht alles anstellen könnte!

Da ich ja eine ehrliche Haut bin, bin ich nicht gleich zur nächsten Bank gestürmt um mir ein nettes Sümmchen an Dollarnoten zu besorgen, sondern habe erst mal Sarah eine E-Mail geschickt, da ich mir nur vorstellen konnte, dass mein lieber Stipendiumgeber zu viel bezahlt hatte und die Uni das nun an mich zurückzahlen will. Meine Vorahnung wurde dann auch von Sarah bestätigt, weshalb wir uns wohl gleich mal aufmachen werden um Abschied von unserem lieben Scheck zu nehmen.

Ich werde dich vermissen :'o(

Aber zum Schluss noch ein kleines Schmankerl für die fleißigen Leser unter euch: Wer mal wieder eine witzige Grußkarte verschicken möchte, der sollte doch mal hier vorbeischauen um Freunden einen so genannten „Pep-Talk“ (Inglisch fohr rannaweys: Eine Aufmunterung) schicken zu können.

ARGH!

Ein Uhr, zwei Uhr, drei Uhr…Mir reicht es, ich steh jetzt auf! Nach drei Stunden rumwälzen im Bett habe ich entschlossen: Ich kann besseres mit meiner Zeit anfangen als doof im Bett rumzuliegen. Da ich Yang versprochen hatte mit ihr morgens zur Führerscheinstelle für ihre Fahrprüfung zu fahren, hatte ich ja eh einen „Grund“ früher aufzustehen. Ich habe dann den morgen mit Wäsche waschen, im Internet surfen und Lesen verbracht. War echt komisch zu dieser Zeit auf zu sein!

Na ja, mittlerweile ist es nach der Prüfung und Yang hat bestanden! Sie braucht zwar definitiv noch ne Menge Übung, aber das wird schon noch.

Im Moment höre ich übrigens gerade den Soundtrack zu Wicked, das ich ja über Weihnachten gesehen hatte. Carly hatte die CD zufälligerweise und hat sie mir ausgeliehen :) Ist echt gut und ich bin mir relativ sicher, dass wir die selben Darsteller hatten, die auch die CD aufgenommen haben. Echt klasse!

Wo ich dann schon mal Schreiben bin:

Mittwoch Abend sind Carly, Yang und ich noch „An Alternative to Slitting Your Wrist“ anschauen gegangen. Das ist ein Dokumentarfilm über Owen Lowery, der einen Suizidversuch hinter sich hatte und dann beschlossen hat eine Liste mit 52 Dingen zu erstellen, die er das folgende Jahr „erledigen“ würde. Die Vorführung war die allererste Vorführung vor einem Publikum außerhalb des Bekanntenkreises des Darstellers und gleichzeitigem Produzenten. Ich fand ihn originell, bewegend und absolut sehenswert. Wir haben den zu sehen bekommen im Zusammenhang des True/False Film Festival, dass dieses Wochenende hier stattfinden wird. Den Trailer könnt ihr euch hier und hier anschauen. Owen Lowery war auch selbst anwesend und hat anschließend Fragen beantwortet. Falls ihr irgendwie mal eine Kopie in die Hände bekommen solltet: Seht ihn euch an! Mir hat besonders das „Eichhörnchenangeln“ gefallen :)

Donnerstag, 28. Februar 2008

NEIN, ich wurde nicht exmatrikuliert…

… ich finde nur im Moment mehr interessante Dinge über die ich schreiben kann als sonst ;)

Denn heute ist endlich der historische Tag gekommen: Man bekommt jetzt für einen Euro das Anderthalbfache in US Dollar!!! Ich freu mich, die Amis die diesen Sommer nach Europa wollen fluchen! Zur Feier des Tages kann ich mir heute ja mal einen Kaffee bei Starbucks leisten... D’oh! Da war ja noch was… ;)

Der braune Lebenssaft

Ich sitze gerade mit meinem morgendlichen Kaffee (nach einer Woche Abstinenz) in meinem von Andy geerbten Korbsessel und lese über die dreistündige Schließung aller 7100 Starbucks Filialen in den USA (Wer schon mal hier war, der hätte wohl auch eine erheblich höhere Anzahl ohne Nachzudenken als richtig angenommen!). Das heißt für mich also, dass ich mich um 16:30 nicht mehr aus dem Haus begeben werde, da ich nicht dem koffeinsüchtigen Mob über den Weg laufen möchte, die vor verschlossenen Starbuckstüren stehen wird. Grund der Schließung ist übrigens eine Art Lehrgang für neue Verfahren um die Espressomaschine zu bedienen.

Obwohl diese Starbucksschließung schon News allein wäre, hat mich eher ein anderer Aspekt interessiert. Da Starbucks im momentan mit sinkenden Kundenzahlen und Börsenkursen zu kämpfen haben, wollen sie das Starbucks-Erlebnis wieder attraktiver machen, bzw. den Menschen wieder ins Gedächtnis rufen. Da dieses Erlebnis hier im Vergleich zu anderen Geschäften allerdings teurer, und andere Ketten jetzt mit besonders günstigen Preisen lockt, bin ich mir nicht so sicher, ob diese Maßnahme wohl anziehen wird. Neben Mc Donald’s, die, auch laut meiner Mitbewohner, jetzt sehr gute Kaffeegetränke anbieten, wird in dem Artikel besonders Dunkin’ Donuts erwähnt, die hier 99-cent Lattes und Cappuccinos anbieten (im Vergleich zu Starbucks: die kosten da ungefähr $3,00-4,00).

Ich frage mich jetzt gerade, wie das in Deutschland aussieht. Ich meine mich erinnern zu können, dass die Starbuckspreise in Deutschland einfach amerikanische Zahlen mit Eurozeichen sind, aber wie sieht das mit Dunkin’ Donuts aus? Haben die da auch spezielle Kampagnen für günstigere Lattes und Cappucinos? Wer also das nächste Mal an einem vorbeikommt (einen den ich kenne ist am Bonner Münsterplatz, zwei sind in Köln, und andere Filialen findet ihr hier), kann doch bitte mal für mich nachschauen. Und wer dann gerade in dem in Bonn ist, kann auch schräg gegenüber mal in den Starbucks schauen ;) DANKE!

Dunkin’ Donuts Kaffepulver kann man hier, wie auch das von Starbucks, übrigens auch in normalen Supermärkten kaufen. Andy ist da ein großer Fan von.

Mittwoch, 27. Februar 2008

Drei Mädels im Fotoautomaten...

...und hier sind die Ergebnisse:

Die ersten beiden Streifen zeigen wohl, dass wir nicht so genau wussten, wann die Fotos kommen würden;)

Und nach etwas Übung, hat es dann doch noch geklappt ;)

Tja...

So kann es gehen. Da freut man sich schon darauf, dass man Estland im NATO Komitee vertreten darf und da sagt eine Delegierte plötzlich, dass sie jetzt doch nicht mehr mit nach Chicago kommen würde. Echt super, ich bin begeistert. Denn das heißt, dass uns finanzielle Mittel flöten gehen und wir uns den ganzen Tripp nicht mehr leisten können. Für mich ist die ganze Sache ja dann noch mal besch…eidener, da ich mich auch vor allem darauf gefreut hatte Sonja und Phil mal wieder zu sehen. Ihr könnt euch also meine Stimmung vorstellen.

Da hilft es meiner Stimmung auch nur minder weiter, dass ich jetzt folgenden Link entdeckt habe, weil NPR (National Public Radio) einen Bericht über diesen Blog gemacht. Schaut mal vorbei und findet euch wieder ;)

Stuff White People Like

Sonntag, 24. Februar 2008

Wenn man Mädels mal alleine lässt...

... und sie zufällig an einem Kleidergeschäft vorbeikommen... mehr muss ich wohl nicht mehr schreiben. Hier lasse ich mal die Bilder für sich sprechen ;)

Ein Traum in rot :)


Leider gab es das braune Kleid nicht mehr in meiner Größe. Sarah stand es aber dafür gut!

Also auf einem Stuhl möchte ich damit auch nicht sitzen ;)

Da orange und rot sich in diesem Falle nicht so gut komplementiert haben, gibt es das Photo von Silvia und mir einfach in schwarz weiß!

Donnerstag, 21. Februar 2008

Noch ein kleiner Nachtrag & Chicago News

Da hatte ich doch einen Sache gar nicht erzählt. Wir hatten in den Komitees so genannte Pages. Deren Aufgabe war es Briefpost von einer Delegation zur anderen zu schicken. Kam mir echt vor wie in der fünften Klasse ;) In den ersten beiden Tagen waren wir zumindest noch brav und haben die tatsächlich für Kommunikation zum Thema genutzt. So bekamen wir dann auch nach meiner ersten Rede, bei der ich vor Aufregung beinahe gestorben wäre, auch einen Zettel von den Vereinigten Arabischen Emiraten, dass unsere Ideen gut seien und das man doch zusammen arbeiten solle :) Nach der ersten Zeit wurde das dann aber auch zur Überbrückung von manch langweiligen Sitzungen genutzt. Richtig doof war nämlich die Situation für M und mich in der General Assembly, wo alle Delegierten aus den Komitees 1-4 zusammenkamen. Da M und ich allerdings die einzigen waren, die überhaupt in einem dieser Komitees waren, wussten wir natürlich nicht, was in den anderen Komitees so vor sich gegangen ist. Es war aber wie auch schon geschrieben, insgesamt eine richtig interessante Erfahrung und ich freu mich schon sehr auf Chicago nächsten Monat. Gestern haben wir auch endlich unsere „Rollen“ bekommen.

Für diejenigen, die es interessiert. Wir werden an folgenden Komitees teilnehmen:

Algeria: Abderrahmane Kioune, Centrist Leader

Lebanese Cabinet: Environment

North Atlantic Treaty Organization (Double Delegation): Estonia

Pope Alexander VI: Cardinal Giovanni de'Medici, Legate to Florence

Wer mehr Infos dazu haben möchte, vor allem was die historischen Komitees angeht, kann die hier bekommen.

Montag, 18. Februar 2008

Hey Kuwait...

Letzten Mittwoch habe ich meine Identität erst mal für vier Tage abgelegt. Denn spätestens nach der Eröffnungsfeier der 48. Model United Nations Konferenz war ich nur noch „Kuwait.“ In meiner Position als Delegierte von Kuwait für das vierte Komitee der UN, ging, zusammen mit M (Emily), auch schon unsere erste Sitzung nach dem Abendessen los und ging, wie die folgenden Nächte, bis 23.00 Uhr.

Mein erster Tag auf der Konferenz war schon insgesamt sehr interessant. Man wurde schnell angesprochen von anderen Delegierten die mit einem in einem spezifischen Komitee sein würden, wenn man sich irgendwo im Hotel traf. Dabei konnte man auch schnell merken, dass viele Leute besonders daran interessiert waren, dass man ihrer Führung folgen würde. Da sind also schon einige Leute negativ aufgefallen, bevor die Konferenz richtig angefangen hatte…

Ansonsten war es doch sehr interessant, wie das ganze Prozedere so vonstatten geht. Die ganzen Regularien und Art und Weisen, wie man Fragen stellt, diskutiert, oder Reden gibt, waren zwar am Anfang noch etwas überwältigend, aber man lernt die eigentlich doch sehr schnell. Von Anfang an habe ich auch meinen Status als „Miriam“ abgegeben und ich bin „nur“ noch Kuwait!

Da M bereits auf mehreren Konferenzen war, konnte ich erst mal viel von ihr lernen und wir konnten auch von Anfang an andere Staaten um uns scharen, die wir zur Zusammenarbeit rekrutieren konnten. Normalerweise hatten wir vor, die ganze arabische Liga um uns zu scharen, aber da so einige Delegationen aus ihren Rollen gefallen sind und sich mit anderen Ländern zusammengetan haben, mit denen sie im wirklichen Leben wohl nie zusammenarbeiten würden, hatten wir nachher eine etwas kleinere Gruppe, was aber dann wohl für das Schreiben der Resolutionen doch eher hilfreich war. Richtig gefreut hat uns, dass wir schnell andere Delegationen von unseren Ideen begeistern konnten uns so wurde dann im Endeffekt unsere Resolution auch nachher angenommen :)

Ich hatte mir ja zunächst doch Gedanken gemacht darüber, dass es morgens um halb neun anfangen würde und nur mit kleineren Pausen bis um 23 Uhr gehen würde. Allerdings war es nachher dann doch immer so spannend, dass die Zeit wie im Flug vergangen ist.

Für mich waren dabei auch immer die kleinen Feinheiten im Prozedere sehr interessant. Etwas erschreckend war für mich dann allerdings doch eines Abends unsere erste Abstimmung kurz vor 23 Uhr. Da wurden nämlich die Türen verschlossen, keiner kam mehr rein oder raus und es gab die Ankündigung, dass wir erst nach der Abstimmung wieder raus kämen. Das war dann auch erst 0:20, da es einige Delegationen für wichtig hielten, die Abstimmungen per so genanntem Roll Call zu machen. D.h., dass jede Nation einzeln aufgerufen wird und seine Wahl kundtut.

Jede einzelne Regel hat seinen bestimmten Sinn und wenn einzelne Nationen auch ihre Rolle richtig gespielt haben, dass war das auch verständlich. Leider sind bei uns auch ein paar Nationen aus der Reihe gefallen. So kam dann auch irgendwann Israel auf den Libanon zu und andere solche Scherze. Mit am Besten fand ich denjenigen, der den Iran vertrat. Der hat seine Rolle echt gut gespielt, auch wenn er im wirklichen Leben ein schwuler Jude ist… manchmal ist das Leben doch ironisch! Nächstes Jahr, was auch gleichzeitig sein letztes Jahr sein wird, wird er Israel sein. Würde ich ja gerne miterleben!

Alles in Allem bin ich echt traurig, dass jetzt alles schon wieder vorbei ist. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, weshalb ich mich auch besonders auf die Konferenz in Chicago nächsten Monat freue. Bin auch schon gespannt, was ich da dann sein werde.

Zum Schluss werde ich euch noch ein kleines Geheimnis verraten, was mich schon auf meinem Weg zur Konferenz doch ziemlich enttäuscht gemacht hat: Da einer unseres Clubs zum Organisationsteam der Konferenz gehört hat, hatte er uns schon vor der Konferenz gesagt, dass uns der Gastsprecher, den sie für die Konferenz anwerben konnten, echt umwerfen würde. Er wollte uns allerdings nichts verraten und ich konnte mir da auch keinen vorstellen. Auf der Hinfahrt meinte Amanda dann, dass ihr David erzählt hätte, dass der geplante Sprecher im letzten Moment abgesagt hatte. Und jetzt kommt der Hammer. Der Gastsprecher wäre George W. Bush gewesen!!! Jetzt ohne Quatsch! Das hätte man sich mal vorstellen müssen. Ihr könnt euch meine Enttäuschung vorstellen! Da war es dann auch nicht gerade ein Trost, dass der deutsche Generalkonsul Wolfgang Drautz aus Chicago sein Ersatz war. Der hat zwar auch einen guten Vortrag gehalten und mich auch persönlich nachher sehr überrascht als er meinte, dass er Lohmar kennen würde und sogar wusste, dass es auf der Schäl Sick vom Rhein liegt. Na ja, auf alle Fälle hatte ich viel Spaß, habe viel gelernt und nette Leute kennen gelernt. Bilder gibt es übrigens hier

Montag, 11. Februar 2008

Noch mal ein Nachschlag aus der Blog-Welt

Gleich noch mal einen Nachschlag:

Während meiner Recherchen für meine Kurse hier komme ich auch unter anderem dazu, Blogs anderer zu lesen. Diesen Blog finde ich recht interessant, und wer des Englischen von euch mächtig ist, der kann hier dann u.A. folgende Stories lesen:

January 24, 2008

The economics (and biology) of free ice cream

When McDonald’s introduced ice cream to its franchises operating in Indonesia, it faced a problem: many people had lactose problems and would not buy the product because it made them sick.

So what did they do? They gave ice cream cones away for free.

You’d be surprised at what people will consume when its free, regardless of the associated nausea. After repeated exposure to dairy products, the allergic reaction diminishes such that people can enjoy the dairy product without any significant consequences. So sure enough, after a while the target market in Indonesia had lost its intolerance. This made McDonald’s (and I suppose the Indonesians?) happy.

Für alle, die kein Englisch können:

Bei der Einführung von Softeis in Indonesien musste McDonald's feststellen, dass viele Indonesier laktoseintolerant sind und deshalb das Eis nicht vertragen haben. Was macht Mc(gar nicht mal so)Doof? Verschenkt das Eis einfach! Man sollte ja überascht sein, was manche Menschen alles so für kostenlose Dinge in Kauf nehmen. Und für McD hat es sich dann auch am Ende ausgezahlt. Nachdem die meisten Menschen anfänglich noch Magenprobleme bekommen hatten, gewöhnten sich die Menschen daran und die Symptome verschwanden...

Tja, wer hättes es gedacht…

Da bin ich schon ganze sechs Monate von Deutschland weg. Wer hätte es gedacht!?! Ich bin auf alle Fälle der Meinung, dass die Zeit ziemlich schnell vorbeigegangen ist. Ist ja auch kein Wunder, wenn man sich immer freut, wenn man endlich einen bestimmten Abgabetermin hinter sich gebracht hat ;)

Aber es ist schon ein komisches Gefühl zu wissen, dass man „nur“ noch drei volle Monate Uni vor sich hat. Dann ist das Kapitel „University of Missouri“ in meinem Leben auch erst mal geschrieben.

Jetzt aber erst mal wieder ein Update über das, was ich so seit dem letzten Eintrag gemacht habe. Ist ja auch jetzt schon ne ganze Weile her, wobei ich im Moment nicht wirklich viel Spannendes mache. Ich bin mittlerweile ja in meinem zweiten Semester hier angekommen und bin soweit ganz zufrieden mit meiner Kursauswahl. Diejenigen, die mein Drama um die Kursauswahl mitbekommen haben, wissen ja, wie ätzend das doch am Anfang war. Für alle, die diese Geschichte noch nicht kennen sollten, hier mal eine kurze Zusammenfassung:

Ende Oktober konnten wir uns schon bereits Kurse für das kommende Semester aussuchen. Da ich gerne einen BWL Kurs machen wollte, da dies die einzigen Kurse sind, die ich noch für Bonn brauchen würde, erschien mir das auch als sehr sinnvoll. Mir wurde dann aber schnell mitgeteilt, dass man für das MBA-Programm doch voll als MBA Studentin eingeschrieben sein müsse um darin Kurse zu belegen. Da habe ich also meinen Plan geändert und wollte einen Undergrad Kurs belegen. Da aber da auch die eigentlichen Studenten Vorrang haben, konnte ich mich ohne eine so genannte Erlaubnisnummer des Profs nicht einschreiben. Ich also dem Prof geschrieben und der meinte, dass der Kurs sich irgendwann wieder öffnen würde, und ich mich dann einschreiben könne. So weit so gut. Anfang Januar hat sich der Kurs dann auch tatsächlich noch mal geöffnet, ich konnte mich aber ohne diese Nummer nicht anmelden. Ich also noch mal dem Prof geschrieben und ihn nett um ne Nummer gebeten, und dann kam folgende Antwort:

Hi Miriam, MyZou handles the enrollment, not me. I think the course is full. I have no need to be involved, its run by MyZou and the Registrar. I never get involved. Just call the Registrar if you do not understand how to use MyZou. Tim Waid, M.B.A., Ph.D.

Musste diese Nachricht erst mal zweimal lesen, bevor ich fassen konnte, was der da geschrieben hat. Im Großen und Ganzen hat der mir quasi damit geschrieben, dass ich nur zu blöd wäre mich da anzumelden. Komisch, bei meinen anderen Kursen habe ich ebenfalls die Profs angeschrieben, die mir dann eine Erlaubnisnummer geschickt haben, und ich mich damit dann anmelden konnte. Nur mal zur Info: Der Kurs war zu der Zeit noch nicht voll!!!

Fand ich dann auch cool, dass er seine kompletten Titel an seinen Namen gehängt hat, wo die meisten anderen Profs hier sogar nur mit ihrem Vornamen oder Initialen unterschreiben. Macht seine Antwort dann eigentlich nur noch unverschämter. Ich also die Mail an meine Koordinatorin im International Center geschickt. Die hat sie dann auch noch mal weitergeschickt und innerhalb von fünf Minuten hat dann bei ihr das Telefon geklingelt und es hat sich jmd. aus der höheren Etage bei ihr stellvertretend für ihn für seine Antwort entschuldigt.

Damit war das Thema BWL Kurs mehr oder weniger gegessen. Hatte dann zwar doch noch versucht über das Int. Center und durch persönliches Fragen in einen Kurs rein zu kommen, aber da blieben die alle stur. Kann ja nur von Glück reden, dass sich das anfängliche „In die Journalismuskurse kommen keine rein, die nicht voll in diesem Programm eingeschrieben sind“ sich für mich nicht bewahrheitet hat.

So belege ich dieses Semester zwei Journalismuskurse (Computer Assisted Reporting, und Public Relations Writing) und einen Kurs in Public Affairs (Organizational Change in a Community and Global Context). Da der PR Kurs ein Fortgeschrittenen Kurs ist, bin ich noch Gasthörer in dem PR Grundseminar. Hatte mich am Anfang erst mal etwas entmutigt, als nach der ersten Stunde die Austauschschülerin aus Australien den Kurs gewechselt hat, aber nach letztem Semester und dem eher unfreiwilligen Doktorandenkurs dachte ich mir, da kann ich mich schon durchbeißen. Tja, dann stellte sich aber auch noch raus, dass der Public Affairs Kurs, den ich mir auserkoren hatte, auch ein Fortgeschrittenenkurs ist, die die meisten in ihrem letzten Semester belegen. Kann also noch was geben, vor allem, da ich ja so viel Ahnung von Public Affairs habe… :-/

Ansonsten bin ich halt im Moment wieder gut in Arbeit eingedeckt. Besonders interessant sind für mich immer die Aufgaben, wo man anhand von Zahlenkolonnen in Excel-Dateien eine Story für die Zeitung schreiben soll, ohne wirkliche andere Hintergrundinfos zu haben. Auch lustig fand ich Andys Reaktion, als ich zu ihr meinte, dass ich den AP – Style Guide lesen müsse: „Das ist ja wie ein Lexikon zu lesen.“ Hat sie gar nicht so Unrecht. Ist aber wohl eher so, als wenn ihr einen Duden lesen würdet. Lerne dabei zwar viel, aber mehr als ein paar Seiten schaff ich dann auch nicht an einem Stück… Da sind mir die Pressemitteilungen für fiktive Organisation doch erst mal lieber. Am Ende des Semesters müssen wir aber eine komplette PR Mappe für eine lokale Organisation abgeben, für die wir deren Erlaubnis haben müssen. Ich habe schon eine ins Auge gefasst. Mal sehen, was die dann dazu sagen werden, wenn ich sie fragen werde… Ich werde dann berichten!

Wer im Moment die Nachrichten verfolgt, weiß ja auch, dass der Wahlkampf in den USA um die Präsidentschaftskandidatur in vollen Zügen ist. Die StudiVZ-Nutzer unter euch konnten auch bereits sehen, wie mich das so beeinflusst hat. In einer Woche waren gleich zwei Wahlveranstaltungen des Hauses Clinton an unserer Uni. Zuerst kam Chelsea, die Tochter der Clintons und hat in einem kleineren Rahmen Fragen der Zuschauer beantwortet. Später in der Woche kam dann auch noch der ehemalige Präsident Bill Clinton zu Besuch und hat unsere Sporthalle gefüllt. Ich war dann unter den Glücklichen, die erstens in die Halle noch reingepasst haben, und die ihn dann auch noch sehen konnten. Ich fand den Aufbau der Veranstaltung deshalb auch nicht so gelungen, weil einfach viel zu wenig Platz hatten und die meisten ihn dann auch noch gar nicht mal sehen konnten. Insgesamt hat mir allerdings der Vortrag gut gefallen. Bilder von Chelsea und Bill könnt ihr hier sehen.

Schade fand ich es nur, dass sich Obama nicht hat blicken lassen. Er hat dann zwar trotzdem mit Abstand in unserem Wahlkreis gewonnen am Super Tuesday, an dem 24 Staaten ihre Vorwahlen hatten, allerdings ging Missouri insgesamt an Hillary.

Bin jetzt echt mal gespannt, wer das Rennen machen wird. Dürfte für die Demokraten doch echt knapp werden!

Was hab ich sonst noch so gemacht? Letzten Freitag war ich noch bei einem Internationalen Potluck Essen, wo jeder ein Gericht mitgebracht hat und sich alle mal wieder total überfressen haben.

Samstag war es dann auch mal wieder so weit, dass das Haus of Tuck seine Pforten für eine weitere legendäre Party geöffnet hat. Der Anlass war Cats Geburtstag, der eigentlich heute ist, und das Thema war Mardi Gras, die amerikanische Antwort zu Karneval, was außer dem Zeitpunkt nicht wirklich viel gemein hat. Zwischenzeitlich kam es mir so vor, als wäre die ganze J-School (Journalismus) bei uns im Haus versammelt, aber insgesamt war es ein wirklich schöner Abend. Alle Mitbewohner hatten haufenweise Plastikketten um den Hals, die sich die Gäste dann auf irgendeine Weise erarbeiten mussten. Möchte an dieser Stelle aber festhalten, dass das nichts mit der Kettenerwerbung zu tun hat, die manch einer von berühmt-berüchtigten Videos der Frühlingsferien her kennt…

Und das Neueste und vielleicht auch für eine Weile Interessanteste zum Schluss:

Die tapferen Leser, die zu diesem Zeitpunkt noch immer am Lesen sind: RESPEKT ;) Ihr erfahrt zur Belohnung jetzt auch zum Schluss noch etwas über meinen Tripp am Mittwoch nach St. Louis. Dort findet nämlich die Midwest Model United Nations Konferenz statt, bei der wir mit unserer Delegation Kuwait vertreten werden. Es ist meine erste Konferenz dieser Art und eine gute Einführung für die Konferenz nächsten Monat in Chicago. Sollte auf alle Fälle spannend werden und ich werde dann einen Bericht und Fotos folgen lassen, wenn ich wieder zurück bin.

Ihr seid jetzt erst mal wieder erlöst. Denkt aber immer daran, was Karl Ranseier immer zu sagen pflegte: „Wenn ihr wieder Geräusche in euren Wänden und über euren Köpfen hört, dann habt ihr wohl wieder Eichhörnchen zu Gast“!