Freitag, 21. November 2008

Fragwürdig

Ist es wirklich unter dem Unabhängigkeitsgedanken OK für Spiegel Online eine Anzeige wie diese auf Ihre Webseite zu stellen?

Countdown für Bushs Amtszeit

Freitag, 7. November 2008

Unglaublich aber wahr…

nicht nur lest ihr hier wieder einen neuen Blogeintrag von mir, nein, viel wichtiger noch:


die USA hat Barack Obama zum neuen Präsidenten gewählt.


In den letzten Tagen war dies ein Anlass vieler mich zu fragen, wie ich mich jetzt fühle. Erleichtert, voller Freude, ja vielleicht auch ekstatisch – vor Allem aber auch voller Hoffnung. Acht Jahre Herrschaft von George W. Bush haben ihre Spuren nicht nur in den USA hinterlassen. So setze ich nun meine ganze Hoffnung in Barack Obama.


Übrigens, nur mal als kleiner Einschub: Bitte nennt ihn nicht „Bäräck!“ Die Wahlnacht war schon anstrengend genug, da war das ständige „Bäräck“ schon mehr als nervig. Der Mann wird so ausgesprochen wie er geschrieben wird. Ein Mal CNN zu schauen hätte auch den deutschen Kommentatoren auch mal gut getan…


Nun aber wieder zurück zu meinen Hoffnungen die der erste schwarze Präsident mit sich bringt. Wer mich kennt weiß, dass es mir ja egal ist ob jemand schwarz, weiß, gelb oder lila-grün gestreift ist, aber da es nun mal leider immer noch ein Thema ist in dieser unserer Welt, ist es auch Teil von meiner Begründung, warum es nur Obama werden „durfte.“


Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich mich mit Freunden vor Jahren einmal darüber unterhielt, ob es in den USA wahrscheinlicher wäre, dass das Staatsoberhaupt zuerst weiblich, schwarz oder hispanisch wäre. Die Antwort dazu viel damals keinem so leicht. Dass wir einen der Fälle in den nächsten paar Wahlen erleben würden erschien uns allerdings damals allen noch als sehr unwahrscheinlich. Deshalb führte der Wettstreit von Barack Obama und Hillary Clinton um die Kandidatur auch schon zu so viel Diskussion. Würde ein Schwarzer oder eine Frau tatsächlich eine Chance haben sich gegen einen weißen Republikaner durchzusetzen. Seit Dienstag wissen wir die Antwort dazu und genau die brauchten die USA auch!


Durch die Finanzkrise und diverse andere Krisen in den USA war der amerikanische Traum von vielen Bürger ausgeträumt. Die Hoffnung der Menschen war nur noch ein kleines Flackern das drohte völlig auszugehen – bis Barack Obama kam. Auch wenn er nicht der erfahrendste Kandidat ist, so gibt er der Bevölkerung wieder Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Wenn er es geschafft hat, dann können auch andere ihre Träume erfüllen. Diese Hoffnung ist genau das, was die Bevölkerung gebraucht hat. Nicht umsonst wird Obama mit Kennedy verglichen. Er ist ein Phänomen und eine Chance für die USA. Schauen wir nach Europa und den Rest der Welt, so war die Entscheidung wer Präsident werden sollte wohl noch nie so eindeutig gewesen. Obamas Sieg war monumental und wenn wir in der Zukunft zurückschauen bin ich mir sicher, dass er die Welt deutlich verändert haben wird.


Als Medienwissenschaftlerin schreibe ich übrigens einen großen Anteil der Obamamania auch seiner außerordentlich weisen Nutzung des Internet zu. Seine PR-Berater haben verstanden, dass sowohl die Präsenz bei Sozialen Netzwerken wie Facebook und MySpace wichtig ist, aber auch gerade die Blogger eine Möglichkeit ist einen Großteil der Bevölkerung zu erreichen. Durch dieses Medium war es ihm möglich so viele junge Menschen zu erreichen, die in der Vergangenheit den Gang zur Wahlurne eher selten antraten. Und dass gerade die Obama wählten, kann man daran erkennen, dass gerade in den College- und Universitätsstädten Obama der Spitzenkandidat war. Der Ausmaß seiner Mediennutzung zeigt sich auch z.B. darin, dass er Werbung in dem PC-Spiel „Grand Theft Auto“ (GTA) Werbung geschaltet hat. Auch wenn er damit nur einen kleinen Kreis von Wählern erreicht hat, so ist eine solche spezifische Werbung an eine bestimmte Zielgruppe sehr erträglich. Mit Hintergrundwissen über eine bestimmte Wählergruppe, dem Microtargeting, kann gezielter Werbung gemacht werden und Erfolg ist damit höher, auch wenn eine solche Methode natürlich gleichzeitig wesentlich aufwändiger ist.


Es ist übrigens interessant, dass sowohl Texas als auch Missouri McCain seine Wahlmänner gab, Columbia und El Paso aber eindeutig Obama seine Stimmen gaben. Ich kann also stolz sein auf die Bewohner meiner früheren Wohnorten :)


Für die letzten fünf Wahlen habe ich euch hier mal die Stimmverteilung für Columbia und El Paso angehängt. Allein anhand der Wählerzahlen von Columbia (Boone County) könnt ihr erkennen, wie Obama gerade die jungen Wähler mobilisieren konnte:


Zum Schluss gebe ich euch noch ein kleines Indiz dafür wie bedeutend die Wahl für die Amerikaner ist:


Bis zu 850 US-Dollar bieten Amerikaner zurzeit für die Mittwochsaugabe der "New York Times!"


Sonntag, 17. August 2008

Da war doch noch was...

Ihr hattet euch gar nicht beschwert, dass ich den Hyperlink vergessen hatte für das Photoalbum... Gut, dass ich für euch mit aufpasse ;) Hier könnt ihr nun diesmal wirklich die Photos schauen. Ich warte allerdings noch auf ein paar Bilder von Andy, da meine Cam zwischenzeitlich gesponnen hatte.

Montag, 11. August 2008

Rückreisebericht Teil II

Nun bin ich schon fast wieder eine Woche hier und ich schulde euch ja noch den zweiten Teil meines Reiseberichts:


Mein Wunsch nach einem ereignislosen Weiterflug von Newark nach Köln ging natürlich nicht in Erfüllung. Der Spaß fing ja dann schon an als ich das Shuttle vom Ankunfts- zum Abflugsterminal nehmen wollte. Mit meinem 25kg Trolley im Schlepptau ging es dann erst mal eine enge Metalltreppe runter. Ein älterer Mann mit Krückstock hatte es dann zwar noch schwerer als ich, aber ideal war das bei Weitem nicht für irgendjemanden. Nach er Shuttlefahrt ging es dann, ihr könnt es euch schon denken, auch eine entsprechende Treppe wieder rauf. Ganz großes Kino! Nun gut, damit konnte man ja dann auch noch leben. Ich bin ja schließlich trotz Verspätung noch rechtzeitig zum Boarden an meinem Gate angekommen. Dort sollte ich noch nachfragen ob wenigstens meine Vorbestellung einer vegetarischen Mahlzeit funktioniert hatte. Drei mal dürft ihr raten, ob das geklappt hatte! Natürlich nicht! Schön, acht Stunden Flug nur mit Beilagen. Wat en Spass! Nun denn, Zeit um mir noch irgendetwas zu besorgen hatte ich dann auch nicht mehr, so musste dann mein Starbucksmuffin vom ersten Flughafenaufenthalt noch ausreichen.


Im Flieger angekommen wurde ich dann zur Abwechslung gleich zwei mal positiv überrascht. Erstens wurde der mittlere Sitz in meiner Reihe nicht belegt und zweitens hatte jeder einen eigenen kleinen Bildschirm in der Rückenlehne des Vordersitzes. Wie sollte es auch anders sein, die nächsten negativen Sachen ließen nicht lange auf sich warten. Erstens sagte mir ein Schild neben meinem Sitz, dass diese Sitzreihe den Sitz nicht nach hinten machen könne, da wir genau vor einer Notausstiegsreihe saßen. Na super, acht Stunden Flug im geraden Sitz: Schlaf adieu! Die zweite schlechte Nachricht kam dann auch nachdem wir eine Weile auf dem Runway standen. Aufgrund von schlechtem Wetter im Norden konnten wir nicht starten, auch wenn wir Richtung Süden herausfliegen würden. Ah ja, ne is klar! Wann wir abgeben würden konnte uns auch nicht gesagt werden. Meine anfängliche Freude darüber, dass man bereits Filme starten konnte, wurde nach fünf Minuten wieder gedämpft, da dann in den Fluginfomodus umgeschaltet wurde. Ist ja auch sehr interessant wenn man eine halbe Stunde lang sieht, wie sich die Ankunftszeit immer weiter nach hinten verschiebt und die Flugzeit immer gleich bleibt. Ich habe dann irgendwann mal die Flugbegleitung gefragt ob man das nicht wieder umwechseln konnte und ein paar Minuten später bekamen wir unser Programm auch zurück. Geht doch!


Nachdem ich dann mit Made of Honor durch war und wir uns immer noch in Newark befanden, sank meine und die Stimmung meiner Mitflieger merklich. Es half dann auch nicht wirklich, dass uns der Kapitän dann immer wieder sagte, dass zuerst eine Turbine ganz aus und dann die Nächste auf Sparflamme schaltete um Kerosin zu sparen. Ein älterer Herr vor mir sagte dann der Flugbegleiterin, dass wir doch erstens zurück zum Terminal fahren sollten um alle noch mal raus zu lassen und zweitens noch mal nachtanken sollten, da es ja im Atlantik keine Tankstellen gäbe wo man nachtanken könnte. Hätte ich jetzt angenommen… ;)


Ein gutes Stück von Leatherheads hatte ich dann schon hinter mir, als wir nach DREISTÜNDIGEM Aufenthalt auf dem Runway endlich Newark verlassen konnten. Der Rest des Fluges war dann relativ ereignislos. Da ich nicht schlafen konnte, habe ich mir noch zwei weitere Filme angeschaut, etwas gelesen und ein paar Wörter Chinesisch gelernt. Meine Lieblingszahl in Chinesisch ist die Acht: ba :)


Nun bin ich also nach 364 Tagen wieder in Deutschland angekommen. Meine ersten Tage in der Heimat waren dann auch natürlich direkt voll gepackt mit einer Überraschungsparty im Irish mit fast allen Freunden, über die ich mich super gefreut habe, dann Rafting auf dem Rhein mit anschließendem Grillen mit der JU, dem CDU Sommerfest am Sonntag, einem leider nicht erfolgreichen Vorstellungsgespräch am Montag und einer JU Kreismitgliederversammlung am gestrigen Abend, wo ich zur Bezirksdelegierten gewählt worden bin :)

So langsam habe ich mich auch schon wieder an die Zeit gewöhnt, nur an das Wetter noch nicht so ganz. Ein wenig mehr Sonne könnte schon drin sein!


Im Anschluss bekommt ihr dann auch noch die versprochenen Photos von meinem letzten Tag in St. Louis. Den Rest gibt es hier


Hier kommt das amerikanische Budweiser her

Hier trinke ich glaube ich ein "Beach Bum", was so viel wie Strand Penner heißt. Hat aber gsd nicht so geschmeckt!

Die Heimat der St. Louis Cardinals

VIP Tickets: Yeah baby, yeah! :)

Derek beim Pitchen



Das Dugout der Dodgers

Der Bogen von St. Louis


Derek beim Schlagen (In der National League müssen auch die Pitcher den Schläger schwingen)



Das rote Stadion ... ganz oben möchte ich auch nicht sitzen

Sonntag, 10. August 2008

"For your last day, it doesn't get more Americana than beer and baseball" (Andy)

Folgenden Eintrag hatte ich noch während des ersten Fluges verfasst, der zweite Teil folgt dann eventuell auch mal…:

Ich nehme die Behauptung, dass der letzte Beitrag mein letzter aus den USA sein würde, hiermit zurück. Ich befinde mich nämlich gerade zwischen St. Louis und Newark und dachte ich nutze mal die Gelegenheit um euch an den ganzen Ereignissen der letzten paar Stunden teilhaben zu lassen.

Wie bereits erwähnt hatten Andy und ich ja mit Hilfe von Carolyn noch Tickets für das Baseballspiel bekommen in St. Louis. Da ich selber ja bei meinem letzten Aufenthalt außer dem Hotel und Union Station nichts anderes gesehen hatte, wollten Andy und ich uns wenigstens noch die Anheuser Busch Brauerei anschauen. Das Highlight war natürlich das Anschließende Probetrinken. Das war schon mal eine schöne Einstimmung auf das Spiel. Andy fand es sehr interessant, dass zwar während der Tour nichts von der Übernahme durch InBev erwähnt wurde, dafür aber mehrere Biere von InBev an der Zapfanlage verfügbar waren.

Als wir auf der Tour waren rief mich auch Carolyn zurück und als ich sie fragte ob es möglich sein würde sie zu sehen meinte sie nur, dass wir höchstwahrscheinlich neben ihr sitzen würden. Als großer Baseballfan, wenn auch nicht von den Dodgers sondern von den Giants, wollte sich Andy nicht zu früh freuen auf gute Tickets. Als ich dann aber die Tickets am Schalter abgeholt hatte die dort unter meinem Namen reserviert waren kamen uns zwei Visiting Guest Armbänder entgegen. Sahen damit auf jeden Fall schon mal „wichtig“ aus ;) Ich war dann auch sehr darauf erpicht schnell zu unseren Plätzen zu kommen, da ich in Blau und Weiß doch ziemlich aus der Menge hervor stach. Als wir dann jemanden nach der Weg zu unseren Plätzen fragten und er meinte, dass wir ihm Bescheid sagen sollten, falls uns das zu nah am Spielfeld sei, war Andy dann auch richtig begeistert als wir feststellten, dass wir ersten in der zweiten Reihe sitzen würden und zweitens direkt neben dem Dug Out, in dem sich die Spieler die nicht auf dem Feld sind aufhalten. Zu meiner großen Freude waren die Plätze tatsächlich direkt neben Carolyn, die dort neben Dereks Onkel David saß. Ich werde euc jetzt nicht mit den Einzelheiten des Spiels langweilen, aber leider war Derek an diesem Abend nicht gerade an der Spitze seines sonstigen Könnens und wurde, wenn ich mich richtig erinnere, nach vier Innings aus dem Spiel genommen. Da habe ich wohl kein Glück gebracht… Die anderen Teammitglieder haben aber auch nicht besser gespielt und so haben die Dodgers das Spiel leider verloren. Wir hatten aber trotzdem eine schöne Zeit. Carolyn hat uns dann noch einigen Spielerfrauen vorgestellt, unter anderem auch der Frau von Manny Ramirez (siehe letzen Beitrag), der während des Spiels kräftig ausgebuht wurde, wofür ich den Grund allerdings nicht weiß. Andys Freund Scott hatte Andy den Auftrag gegeben dafür zu sorgen mir einen der Spieler als Ehegatten zu besorgen damit ich doch in den USA bleiben könnte. Nachdem Andy mir diesen „Plan“ verraten hatte und wir die Spielerfrauen gesehen hatten, die allesamt hätten Models sein können (und nicht diese hässlichen Hungerhaken) habe ich Scott ne SMS geschickt in dem ich meinte, dass er doch herzlich willkommen wäre mich in Deutschland zu besuchen ;)

Obwohl Carolyn nicht davon ausgegangen war, dass Derek nach dem Spiel noch Lust haben würde unter Menschen zu gehen, so hat er uns dann doch noch vor dem Stadium getroffen. Er hat sich dann noch bei mir entschuldigt dass er mir kein besseres Spiel geliefert hat und ich meinte nur, dass es immer noch ein nächstes Mal geben würde und ich ihn ja zumindest im Fernsehen schon oft genug super pitchen gesehen habe. Er hat dann auch noch Andy, Chad und Bridgid hallo gesagt. Chad meinte im Nachhinein dass er froh war, dass Bridgid ihm keine Kopfnuss gegeben hat, da er damals geholfen hatte dass die Boston Red Sox die Meisterschaft gegen die New York Yankees gewannen und das hatte sie bis heute keinem der Spieler verziehen. Ja ja, die Baseballleidenschaft der Amerikaner ist schon ziemlich groß. Die Determination der Cardinals Fans war gestern überaus gut daran zu erkennen, dass von den rund 42.800 Besuchern ungefähr 42000 in Rot gekleidet waren.

Der Abschied von Derek, Carolyn und seinem Onkel David war dann mal wieder ein Weiterer den ich mir gerne erspart hätte, aber das war bestimmt kein Abschied für immer – ein Satz den ich mir in den letzten Tagen öfters sagen musste.

Bei Bridgid angekommen haben wir dann noch bis in die Puppen gequatscht und nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht meinerseits ging es dann am nächsten Morgen auch schon ab zum Flughafen. Beim Abschied von Chad meinte er vor der Abschiedsumarmung „Make that one count.“ Ich werde definitiv seine Sprüche vermissen. Andy und ich sind dann zum Flughafen geflogen und ich bin im Nachhinein froh, dass sie nicht mit an den Schalter kam. Da ich ja im April meinen Flug umbuchen musste und mir nach mehrfachen Nachfragen ausdrücklich versichert wurde, dass mit Ticket alles klar wäre, ging ich also heute morgen ohne Größere Sorgen an den Schalter um die Umbuchungsgebühr zu bezahlen. Mir gefiel dann gar nicht, dass der Mann am Schalter meinte, dass ich das schon alles vorher hätte regeln müssen. Als er mich dann fragte, wann ich denn fliegen würde und ich nur auf meine gepackten Koffer zeigte, schüttelte er nur den Kopf und machte sich auf ans Telefon. Das war ja schon mal ein super Start! Zwischenzeitlich wollten wir dann noch meine Koffer wiegen. Erster Koffer: genau 50lb. So weit so gut! Dann kam der zweite Koffer: 52lb. Und ich sollte doch tatsächlich zwei Pfund rausnehmen. Super! Da ich zu dem Zeitpunkt schon ca. 25 an dem Schalter verbracht hatte, kam sie dann auch die Idee, sich mal das Gewicht meines Handgepäcktrolleys anzuschauen. Der war natürlich mit 69 lb ein klitzekleines Bisschen zu schwer… Tolle Wurst! Um die Kosten für einen dritten Koffer zu sparen wollte ich also 20 lb vom Trolley in den Koffer packen. Mit viel Körpereinsatz meinerseits und unter Assistenz des Personals haben wir dann auch den einen Koffer noch für $50 auf 70lb aufgestockt bekommen. Eigentlich wäre mein Handgepäck dann immer noch zu schwer gewesen, aber mit der unbemerkten Herausnahme meiner Laptoptasche vor dem erneuten Wiegen des Trolleys konnte ich dann auch das Bodenpersonal zufrieden stellen. Die ganze Aktion war dann auch nur halb so dramatisch, da der andere Mann immer noch am Telefon hing – nach über 45 Minuten! Ich hatte zu dem Zeitpunkt dann auch schon meine Lebensgeschichte mit dem Personal am Schalter ausgetauscht und komplette Familienepisoden aus deren Leben gehört, als nach über eines Stunde der Mann vom Telefon loskam und mir ein elektronisches Ticket in die Hand drückte. Er meinte dann nur, dass ich haarscharf daran vorbeigekommen bin ein neues Ticket kaufen zu müssen und er quasi mit allen Leuten bei Continental telefoniert hatte, zwischenzeitlich auch mit Dreierkonferenz. Die Geschichte von der armen Studentin, die sich fatalerweise auf ihr Reisebüro verlassen hatte, hat dann wohl ein paar Herzen erweicht und einige Hebel in Bewegung gesetzt. Nach guten 80 Minuten hatte ich dann endlich eingecheckt, meine Koffer aufgegeben und tausendmal den Herren für ihre Bemühungen und die Unterhaltung während der Wartezeit gedankt. Werde nach meiner Ankunft mal ein lobenswertes Wort an Continental über die beiden schicken. Der eine Mann meinte dann auch noch, dass ich doch wenigstens die 100€ Umbuchungsgebühr vom Reisebüro zurückfordern solle, da die ja so viel Mist gebaut haben… ich halte euch auf dem Laufenden.

Als ich zum Sicherheitscheck kam und ich – oh Wunder – zufälligerweise zur separaten Untersuchung ausgewählt wurde, war ich doch erleichtert, dass mein Flug 1.5. Stunden Verspätung haben würde. Denn wie sollte es auch anders sein: Diese Untersuchung ging auch nicht gerade glatt. Nachdem alles aus meinem Trolley und Rucksack entfernt wurde und auf bestimmte Materialien untersucht wurde, schlug die Maschine mehrfach an. Weitere 45 Minuten später und mehrfacher erneuter Untersuchungen wurde ich und mein Gepäck dann allerdings als ungefährlich eingestuft. Froh nicht in Gewahrsam genommen worden zu sein konnte ich mich also endlich aufmachen zu meinem Gate. Ich bin ja heil froh, dass Andy und ich uns so frph aufgemacht haben zum Flughafen. Auf dem Weg zum Flughafen hatte ich schon ein ungutes Gefühl im Magen und habe Andy von meiner Vorahnung erzählt. Der gestrige Tag war auch einfach zu gut als wenn dann heute alles hätte klargehen können.

Nun sitze ich aber im Flieger, hatte Zeit euch schon einmal diesen Bericht zu schreiben (tun euch schon die Augen weh vom vielen Lesen?), und erwarte hoffentlich einen sehr ereignislosen Flug von Newark nach Köln. Den nächsten Teil wird es dann wahrscheinlich dann aus Dland geben.

Mittwoch, 6. August 2008

Der 150. und letzte Beitrag aus den USA

Alle Fans meines bildlichen Countdowns werde ich wohl mit dem Ausbleiben der Eins enttäuschen müssen. Wer mich kennt weiß, dass ich auch dann noch den Beitrag posten würde wenn ich um sechs Uhr morgens aufstehen würde um mich dann zum Flughafen aufzumachen. Da ich allerdings ab heute Mittag nicht mehr in Columbia sein werde und mein Laptop gleich in mein Handgepäck wandern wird, wird die Eins wohl morgen ausbleiben. Für alle die eh lieber meine schriftlichen Beiträge mochten: Glück gehabt ;)

Aber warum mache ich mich schon einen Tag vor meiner Rückkehr auf? Tja, es gab da einige Gegebenheiten die Montagabend ihren Lauf nahmen und mich heute Abend in das Bush Stadium nach St. Louis führen werden! Zuerst hatte mir Chad erzählt, dass er das Team meines Lieblingsbaseballspielers (wir erinnern uns an meinen Gastgeber über Weihnachten) Mittwochabend in St. Louis sehen würde. Ich hatte ja schon die ganze Zeit darauf gehofft, dass die Dodgers mal in meiner Nähe spielen würden, aber dass das dann noch an meinem letzten Abend in den USA passieren würde hätte ich nun wirklich nicht mehr gedacht. Da waren dann allerdings noch ein paar Hürden zu nehmen: zunächst musste ich sicherstellen, dass Andy heute nicht arbeiten musste: Check! Dann mussten wir sicherstellen, dass Andy und ich bei Bridgid (Chads Freundin) in St. Louis übernachten können: Check! Dann war da ja auch noch der nicht unsignifikante Faktor von Tickets. Da der sehr gute Spieler Manny Ramirez gerade von den Boston Red Socks zu den Dodgers gewechselt hatte, wo er bereits mit Derek gespielt hatte, wird das heutige Spiel sehr voll sein. Gut ist, dass uns Carolyn und Derek uns Tickets über die Dodgers besorgen konnten: Check! :) Dann war da auch noch der Faktor, dass die guten Pitcher eines Teams nur jedes fünfte Spiel pitchen. Zusammen mit der guten Nachricht über die reservierten Tickets kam dann auch noch die phantastische Nachricht, dass Derek heute Abend pitchen würde: Check! Check! Check!

Da ich beim letzten Besuch nach St. Louis nur ein Hotel von innen gesehen hatte, werden Andy und ich noch etwas früher fahren und uns die Anheuser Bush Brauerei anschauen mit anschließendem Testtrinken. Ich glaube es wird ein schöner letzter Tag!

Dies wird wohl mein vorerst letzter Beitrag aus den USA. Ich bedanke mich bei allen meiner treuen Lesern dieses Blogs und verabschiede mich um mein letzten Koffer zu packen. Ich hoffe ihr habt meine Beiträge genossen, eventuell auch mal ein wenig gelacht und ganz vielleicht auch ein paar Dinge gelernt. Ich hatte jedenfalls Freude euch an meinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben zu lassen und freue mich schon darauf euch alle in Deutschland wieder zu sehen!

Eure Miriam

2

Dienstag, 5. August 2008

3

Sonntag, 3. August 2008

4

Gestern war irgendwie nicht mein Tag…

Zwar habe ich ihn gestern nicht mehr online gestellt, aber ihr bekommt hier trotzdem noch meinen gestern verfassten Beitrag:


Ich unterbreche mal meinen bildlichen Countdown für einen kleinen Reisebericht, denn während ich diese Zeilen verfasse, befinde ich mich am Flughafen in Kansas City und warte darauf, dass mein Shuttle kommt. Wird es aber nicht für eine weitere Stunde und so war ich eigentlich froh, dass ich hier in KC kostenloses Wi-Fi bekomme. Habe ich ja schließlich auch oft genug schon genutzt. Um so frustrierter bin ich deshalb gerade, da ich zwar eine Verbindung hergestellt bekomme, meine E-Mails mit Thunderbird abrufen kann, jedoch keine Webseite besuchen kann. Kann mir ein technisch affiner Mensch vielleicht sagen, warum das nicht klappt?


Das war aber auch noch nicht der Knaller des Tages. Laut der Waage bei Chris und Dwight waren beide Koffer genau ein halbes Kilogramm zu schwer. Da ich damit normalerweise nie ein Problem hatte bei Southwest, bin ich damit mal zum Flughafen und größere Bauchschmerzen gefahren. Ich hatte in einen meiner Koffer sogar meinen Handgepäckstrolley gepackt damit ich den nicht mit rumschleppen müsste. Dann dort angekommen zeigt die Waage bei beiden Koffern 54 lb an – jeweils vier Pfund zu viel :( Die meinte also, dass ich da etwas rausnehmen müsste. Ich also beide Koffer auf, Handgepäckskoffer raus, alle Kosmetika und Flüssigkeiten umgepackt, Sachen aus dem einen in den anderen Koffer gepackt und meinen Rucksack, den ich eigentlich mit in den Flieger nehmen wollte als Handgepäck, auch noch in den Koffer geschmissen. Dann war die Frau am Schalter endlich happy. Macht aber doch eigentlich keinen Sinn, Denn nun hatte ich ja wesentlich mehr Platz im Flugzeug beansprucht als nötig gewesen wäre und das Gewicht war ein und dasselbe. Dadurch, dass ich hier zwei Std auf das Shuttle warten muss und dabei Terminals wechseln musste, konnte ich ja schlecht drei Trolleys und eine Laptoptasche durch die Gegend karren (Gepäckwagen Fehlanzeige!). Ich also wieder alle Koffer auf, lustiges Umpacken praktiziert und so habe ich jetzt wieder meine beiden Koffer plus Rucksack und Laptoptasche. Wenn man sonst keine Probleme hat….


Jetzt sitze ich hier auf einer Bank, die zu 100 Prozent aus Deutschen besteht. Die wissen allerdings nicht, dass ich sie verstehen kann. Ist doch mal wieder typisch: da gibt es drei andere Deutsche im ganzen Flughafen und ich setze mich dann genau neben die!


Ich glaube ich ertrinke meine Frustration über dieses halbe Internet mit einem Frappuccino von Starbucks. Die Kalorien habe ich ja schon durch die zweifache Umpackaktion gut gemacht…

Endlich in CoMo angekommen war ich froh, als ich endlich in meinem heißen, aber dafür immer noch gemütlichen, Zimmer angekommen war. Ich bin mal gespannt, wie ich noch all die Sachen in die Koffer bekommen soll, die hier noch auf mich gewartet haben, aber nun denn. Zum krönenden Abschluss eines glorreichen Reisetages mit zweifachem Umpacken habe ich beim Auspacken dann auch noch den dritten Nagel des Tages eingerissen. Warum sollte ich auch mal schöne lange Nägel haben sollen?!? ;) Ich weiß, Frauen haben schon echte Probleme!


An dieser Stelle entschuldige ich mich auch noch für die Unterbrechung des Countdowns. Er wird jetzt wie gewohnt weitergehen…

5

Samstag, 2. August 2008

6

Freitag, 1. August 2008

7


Donnerstag, 31. Juli 2008

8


Mittwoch, 30. Juli 2008

9


Dienstag, 29. Juli 2008

10


Donnerstag, 24. Juli 2008

Showimport mal andersrum

Erfolgreiche Serien und Spielshows werden ja schon seit Jahren von anderen Ländern kopiert, imitiert oder adaptiert. So beglückten Peter Bond und Maren Gilzer von 1988 an für 15 Jahre das deutsche Publikum mit dem “Glücksrad”, dass von dem amerikanischen “Wheel of Fortune” übernommen wurde, welches dort bereits seit 1983 lief. Wesentlich länger hat es da gedauert, bis “Der Preis ist heiss” es nach Deutschland schaffte. Die Show, die ab 1989 auf RTL lief, ist von dem amerikanischen Original “The Price Is Right” abgeschaut, das dort bereits seit 1956 lief.

Wie ihr aber dem Titel dieses Beitrages entnehmen könnt, geht das Ganze natürlich auch andersrum, wobei mich die lange Zeitspanne bis zur Adaption von "Wetten dass..?" schon etwas verwundert hat. "Wetten dass..?" läuft bei uns seit 1981 und ist Europas erfolgreichste Fernsehshow. Diese Woche lief nun die erste Sendung dieses Formates im US Fernsehen unter dem Namen "Wanna Bet..?" an und ich sage dieser Show schon jetzt kein langes Leben vorraus. Die Moderatoren sind zwei Engländer, die auch zusammen genommen nicht an Thomas Gottschalk heran kommen, und die Gäste sind irgendwelche C-Promis die am Anfang der Show ein gewisses Startgeld bekommen, das sie mit jeder Wette versuchen müssen zu steigern. Der Gewinner darf dann sein Geld einem wohltätigen Zwecke zukommen lassen. Die Wetten kamen zwar in der Größenordnung nicht an "Wetten dass..?" ran, waren aber auch nicht schlecht. Warum sie allerdings Wetten aus anderen Ländern importieren müssen war mir nicht so klar. So war z.B. einer der Wettenden Harald aus Deutschland, der mit geschlossenen Augen und nur durch Lecken an CDs das jeweilige Album erkennen konnte. Harald hat zwar nicht geschummelt, aber das Ganze hat mich dann doch irgendwie an die Geschichte mit der Buntstiftwette in 1988 erinnert, wo damals die Brille nicht abschloss und Titanic-Redakteur Bernd Fritz durch Spinksen die Wette "gewonnen" hatte.

Abschließend ist zu sagen, dass dieser Vesion generell einfach der richtige Flair fehlt und ohne Saalwetten, Pausenshows und guten Wettpaten wird sich "Wanna Bet..?" wohl nicht sehr lange halten.

Zum Schluss verrate ich allen, die sich schon immer gefragt hatten wie die Wok-WM zustande kam, dass Stefan Raab in 2003 versprochen hatte in einem Wok eine Bobbahn runter zu fahren falls er seine Wette verlieren würde. Tja, und so nahm der Wok dann halt seinen Lauf.

Mittwoch, 23. Juli 2008

Weitere Dinge, die man über El Paso wissen sollte...

Ganz à la Tool Time schicke ich heute wie Tim Taylor und Al Borland einen Salut raus an die Autowelt und widme meinen heutigen Beitrag den Besonderheiten des Autofahrens in der Sun City:

Wenn ihr in ein Auto steigt, dann macht euch bereit nach einigen Metern wieder zu stoppen. Warum, weil euch spätestens nach hundert Metern ein Stoppschild begegnet. Die gibt es hier quasi an jeder Straßenecke. Rechts vor links ist hier nicht bekannt - genausowenig Kreisverkehre - da baut man einfach mal ein Stoppschild hin. Und nicht nur auf die weniger benutzen Straßen, sondern gleich an allen wir Ecken einer Kreuzung, damit auch wirklich jeder anhalten muss! Frei nach dem Motto "Wer zuerst kommt fährt zuerst" wird die Fahrt in Reihenfolge der ankommenden Fahrzeuge auch wieder fortgesetzt. Ich habe mir mittlerweile die "California Roll" (nein, nicht das gleichnamige Sushi) von Andy angeeignet... ist auch wirklich bescheuert komplett zu stoppen wenn man mutterseelenallein auf der Straße ist... Nur um euch mal ein Beispiel zu geben: Bevor ich auf die erste Ampel stoße komme ich an 5(!) Stoppschildern vorbei - und das auf nicht mal den ersten 500(!) Metern meines Arbeitsweges.

Wenn ihr in ein Auto steigt, dann solltet ihr sichergehen dass ihr keine nackten Stellen eures Körpers mit dem Anschnaller in Berührung kommen! Ich weiss wovon ich spreche...

Wenn ihr euch ein Auto kauft, dann wählt keins mit Gangschaltung! Nein, nicht wegen der tausend Stoppschilder oder der vielen kleineren Berge und Hügel hier, sondern aus dem Grund dass selbst die Plastik(!!!)Knüppel von Schaltungen so heiss werden können, dass man am liebsten Handschuhe tragen würde....das Gleiche gilt auch für manche Lenkräder.

Wenn ihr Tauben auf der Straße seht, dann denkt bitte nicht, dass die wie bei uns auch wirklich aus dem Weg fliegen werden wenn ihr mit dem Auto angefahren kommt - Sie tun es oft genug nicht! Gut nur, dass man durch die Stoppschilder ja meistens eh sehr langsam fährt und ausweichen kann....Nein, denkt jetzt nicht ich hätte schon mal eine Taube hier überfahren, allerdings wäre es heute morgen fast passiert als eine Taube mitten auf der Straße rumlief, ich rechts an ihr vorbeifahren wollte und sie kurz bevor ich sie erreicht hatte plötzlich nach rechts lief - war die doof! Gsd war ich alleine auf der Straße und, wie sollte es auch anders sein, kurz vor einem Stoppschild, so dass ich noch eine Vollbremsung machen konnte. Auch nicht verkehrt das mal geübt zu haben...

Jetzt kommt aber mal eine gute Nachricht für alle, die in Deutschland Probleme mit dem Parken haben: Hier sind die Parkplätze so groß, dass ich mir ernsthaft Gedanken um Fahrertauglichkeit machen würde wenn man hier nicht in die Parklücken passt. Diese sind nämlich alle ausgelegt für große SUVs und Pickuptrucks - da musste selbst ich beim Anblick eines Smarts lachen weil der auf dem Parkplatz nunmal sehr verloren aussah!

Grüne Rechtsabbiegerpfeile gibt es hier nicht - hier kann man immer rechts abbiegen, wenn denn die Straße frei ist. Ich habe bislang nur eine Ausnahme gesehen, wo ein Schild angebracht war dass man nur bei grün rechts abbiegen dürfe. Ich muss sagen, dass ich diese Regelung ganz gut finde - verringert dann die Wartezeiten die man bei den ganzen Stoppschildern ansammelt.

Für die Lauffaulen unter euch habe ich auch noch eine gute Nachricht: Wer noch schnell etwas Bargeld, Aspirin, Starbuckkaffee oder auch nur nen schnöden Burger oder Shake haben möchte muss hier nicht sein Auto verlassen - für alles gibt es einen Drive-through. Und was noch viel lustiger ist: Als ich letztens zu Fuß Geld abheben wollte an einer Bank wurde ich in der Bank nach keinem Automaten fündig - den gab es nur draußen - für Autos! Und da die Schalter schon zu waren war nur froh das zu dem Zeitpunkt keine Schlange an dem Automaten war. Denn wer steht schon gerne zwischen laufenden Autos um Geld abzuheben?!?

Das war's fürs erste mit meiner heutigen Tool Time. Das Tim Taylor Grunzen spare ich mir an dieser Stelle ;)

Dienstag, 22. Juli 2008

Europa

Wenn uns jemand fragt, wo man denn herkomme, nennen die Meisten, je nach Kontext, normalerweise entweder die Stadt oder das Land aus dem man stammt. Länder wie Deutschland wissen die meisten ja dann doch auf den richtigen Kontinent zuzuordnen und so sprechen wir eher selten von uns selbst als Europäer. Und das liegt unter anderem wohl an einem ganz einfachen Grund: Die Wenigsten von uns haben eine genaue Vorstellung oder Definition von oder für einen Europäer. Denkt mal darüber nach: Wie würdet ihr einen Europäer definieren? Selbst für die Meisten Europäer ist dies wohl ein sehr schwammiger Begriff zu dem es keine konkrete Antwort gibt die über die geographischen Zuordnung eines Bewohners, dessen Heimatland sich auf dem Kontinent Europa befindet, hinaus geht. Aber selbst in diesem einfachen Versuch einer Definition verbirgt sich schon ein Problem, wie ihr gleich feststellen werdet:

Denn betrachten wir doch mal, was Europa eigentlich ist – vielleicht bringt das ja mal etwas mehr Klarheit:

Die Anzahl der Mitgliederstaaten variiert je nach Definition zwischen 46 und 59 Staaten – je nachdem ob man nur souveräne Staaten dazu zählt oder auch de facto unabhängige Staaten wie den Kosovo oder Transnistrien, dass außer von Moldavien von keinem anderen Staat als souverän anerkannt wird, oder abhängige Staaten wie Gibraltar oder Madeira hinzuzählt. Ich glaube ich gehe eine sehr sichere Wette ein wenn ich sage, dass die Wenigsten unter uns alle dieser Staaten aufzählen können.

Aber machen wir trotzdem mal weiter: Denn da gibt es da ja auch noch die Europäische Union, die 27 europäische Staaten umfasst (inklusive Zypern, das geographisch eigentlich zu Asien gehört). Von der EU wiederum haben 15 Staaten den Euro als gemeinsame Währung, wobei jedoch noch sechs zusätzliche Nicht-EU-Mitglieder ebenfalls den Euro haben.

Um das Ganze dann auch noch mal komplizierter zu machen, ziehe ich jetzt auch noch den den Europarat hinzu, dessen Aufgabe ist einen engeren Zusammenschluss unter seinen Mitgliedern zu verwirklichen, und zu dessen 47 Mitgliedern Staaten wie Armenien, Aserbeidschan und Georgien zählen, die eigentlich geographisch genauso zu Asien gehören wie Israel, bei verschiedenen Sport- und Kulturveranstaltungen trotzdem oft zu Europa gezählt werden. Ich weiss jedenfalls, dass ich diese Länder in der Grundschulzeit nicht gelernt habe als wir die Länder Europas durchnahmen, auf der offiziellen Webseite der EU sind sie allerdings auch auf der Liste zu finden.

Ich könnte diese Ausführungen wohl noch endlos weiterführen, belasse es aber an dieser Stelle erst einmal mit der Auflistung der bisherigen Fakten – genug Verwirrung gestiftet für einen Beitrag! Ich möchte allerdings an dieser Stelle noch angeben, was mich zu den bisherigen Ausführungen bewegt hat: Das neue Online-Magazin: Europe & Me.

Die erste Auflage ist gerade online gegangen und der Name und meine anfängliche Frage nach einer europäischen Identität verraten wohl im Ungefähren den Inhalt dieses Magazins. Ein paar der Beiträge habe ich bereits gelesen und finde sowohl die Idee als auch die Inhalte gut, weshalb ich euch empfehle mal einen Blick darauf zu werfen. Der Artikel über die EM 2008, Europe Moves, hat mich daran erinnert, wie sich alle europäischen Studierenden aus Missouri während der EM gegenseitig angestachelt haben um sich dann wiederum zu trösten, wenn das jeweilige eigene Land ausgeschieden war. Weitergejubelt wurde dann für die Länder der Freunde. So auch Catalin aus Rumänien, der später das türkische, französische und spanische Team angefeuert hat. Nur die Deutschen und Italiener wurden von ihm nicht unterstützt. Im Falle von Italien zu allzu verständlich, aber Deutschland? Folgende Begründung fand ich aber sehr diplomatisch:

"Sorry Miriam, but I really wish Germany doesn't win Euro 2008. I really like Germany and Germans but I can't like your soccer team. And you know why? Gary Lineker, one of England's former great player once defined football like this: "Football is a simple game; 22 men chase a ball for 90 minutes and at the end, the Germans win." He was so damn right! [...] I have the same feeling for the Italians. Love the country, love the people, can't stand their national soccer team... I prefer the underdogs."

Montag, 21. Juli 2008

Lehrergehälter und Urban Myths

Auf meinem morgendlichen Weg zur Arbeit habe ich diese Woche einen Bericht über Schulen gehört, die ihre Lehrer zum Teil auf Kommission bezahlen – je nachdem wie sich ihre Schüler verbessern. So können „gute" und „erfolgreiche" Lehrer im Vergleich zu regulären Schulen gut das doppelte verdienen. Das Programm soll als Anreiz dienen mehr Menschen den Beruf als Lehrer wieder schmackhafter zu machen und gut arbeitende Lehrer zu belohnen. Generell mag dies ja vielleicht eine gute Idee sein – das Unterrichten der heutigen Jugend wird ja auch nicht einfacher – jedoch sage ich diesem System ziemliche Probleme voraus. Denn welche Mittel wird man haben um den Erfolg der Schüler zu messen? Noten! Und wer gibt diese Noten? Der Lehrer! Wer sagt also, dass ein Lehrer die Schüler zu Beginn des Schuljahres nicht einfach schlechter bewertet als sie eigentlich sind oder die Tests wesentlich schwerer macht um dann am Ende für die Zeugnisse unheimliche Verbesserungen vorweisen zu können?!? Oder was ist mit Lehrern deren Schüler schon alle so gut sind, dass sie sich nicht mehr wirklich steigern können - zumindest was ihre Noten angeht. Da es in den USA eigentlich so gut wie keine mündlichen Noten gibt, wird alles auf die Noten aus schriftlichen Prüfungen hinauslaufen. So sollte eine eigentlich gute Idee auf ziemliche Probleme in der Umsetzung stoßen.

--------------------

Und da wir gerade beim Thema Bildung sind und ich euch auf meinem Blog auch gerne mal mit lehrreichen Informationen versorge – oder auch einfach nur Small Talk Themen für Partys bereitstelle – teile ich nun mit euch meine Verwunderung darüber, wie sich folgender Irrtum so tief in die Köpfe aller verfestigen konnte (inklusive meinem eigenen):

Die weitläufig angenommene Tatsache, dass die Chinesische Mauer vom Weltall aus sichtbar wäre, ist so nicht korrekt – jedenfalls nicht ohne größere technische Hilfsmittel und schon mal gar nicht vom Mond aus.

Nachlesen könnt ihr genauere Infos bei der Webseite von Nasa. Wer hätte es gedacht?!?

Eine solche generelle Annahme einer tatsächlichen Unwahrheit (gibt es dafür im Deutschen eigentlich ein Wort?) wird im Englischen übrigens “urban myth” genannt.

Freitag, 18. Juli 2008

Bist du Deutsch genug?

Wer von euch schon immer mal testen wollte, ob er/sie "deutsch genug ist" um den deutschen Einbürgerungstest zu bestehen, oder ob er/sie Chancen auf eine Einbürgerung in die USA, Großbritannien oder Österreich haben würde, der sollte doch mal auf folgender Seite der Süddeutschen Zeitung vorbeischauen:

Einbürgerungstest

Über die Wichtigkeit manche Fragen lässt sich sicherlich streiten. Mir gefallen da ja besonders die Fragen was man mit einem neu gekauften Fernseher machen kann, der defekt ist, oder wo muss man seinen Hund anmelden muss. Im ersten Quiz herrscht bei letzterer Frage allerdings ein Fehler. In dem zweiten Teil des Quiz kommt nämlich noch mal die gleiche Frage in ähnlicher Form vor und da ist die Antwort richtig...hatte mich schon gewundert ob Lohmar da eine Ausnahme darstellt ;)

Wobei ich ja auch anführen muss, dass für manche Menschen das Recht auf Umtausch oder die Anmeldung eines Haustieres beim Ordnungsamt wohl sehr fremd sein muss und es gut ist, dass sicher gestellt wird das Menschen möglichst viele Aspekte der deutschen Kultur lernen wenn sie hier wohnen wollen. Wobei da ein bloßes Faktenlernen auch eher wenig ausmacht was gute Integration angeht. Ein gutes Beispiel für gutes Erlernen einer fremden Kultur ist der Besuch von Delegierten der Inneren Mongolei (China) in Missouri, über den ihr hier etwas nachlesen könnt: Delegates from Inner Mongolia absorb all things American.


Die Delegierten haben durch verschiedenste Gelegenheiten auf ihrem Tripp die amerikanische Kultur kennen gelernt - unter anderem auch Weihnachten im July bei einem Baseballspiel. Die Regeln haben wohl die wenigsten verstanden, dafür aber einen guten Eindruck in eine für sie sehr fremde Kultur bekommen. Ein ganz nett geschriebener Artikel der mich ein paar Male zum Schmunzeln gebracht hat.

Dienstag, 15. Juli 2008

Man ist in El Paso wenn...

Heute stelle ich euch drei typische Dinge für El Paso vor, die mir in den letzten Tagen untergekommen sind:

Anfangen werde ich mit dem kleinen Kerl, dessen Leiche einige Tage das Treppenhaus im Rathaus "verschönert" hat:



Diese "kleinen" Cucarachas sind hier so normal wie bei uns Kellerasseln oder Ameisen. Das soll jetzt nicht heißen, dass die hier mehr geduldet werden, nur ist deren Anblick hier halt eher normal. Die meisten Häuser sind auch so mit Insektenvernichtungsmitteln behandelt, dass es die auch gar nicht ins Haus schaffen - Ausnahmen bestätigen dabei aber wie immer die Regel, wie der Kerl oben beweist...nur dann meistens nicht lange...

Folgende Ausnahme hatte da aber mehr Glück, da folgender Kerl lebendig im Wäschestapel gefunden wurde, bevor er in der Waschmaschine landen konnte:




Chris wollte seinem Leben allerdings schnell ein Ende setzen, was ich dann doch noch verhindern konnte. Auch wenn ich nicht gerade der größte Skorpionfan bin, so war es auch nicht unbedingt ein Akt ihn wieder im Vorgarten auszusetzen. Das mache ich wahrscheinlich auch nur so lange, bis mich dann einer sticht ;)

Das dritte Phänomen ist mir gestern im Auto passiert. Als ich auf der Rückfahrt von der Arbeit war hörte ich auf einmal ein lautes metallenes Ploppen und die Getränkedosen neben mir hatten sich leicht nach Außen gewölbt:



Irgendwie hatte ich nicht daran gedacht die Dosen mit ins Buero zu nehmen und nach acht Stunden in über 40 Grad Hitze brauchte der Inhalt wohl etwas mehr Platz als sonst. Eine Dose hatte sogar schon eine kleine Öffnung bekommen. Möchte nicht wissen was passiert wäre, wenn die noch länger dieser Hitze ausgesetzt worden wären.

Das war auch schon wieder meine kleine Unterrichtseinheit zum Leben in El Paso. Eine weitere Lektion folgt wie immer - nach der nächsten Maus!

Für Lese- und Scrollfreudige

Zeit um euch mal wieder ein kleines Update zu geben:

Für den 5. Juli hatte ich über das Büro Freikarten für Viva! El Paso ergattern können, das eine Art Musicalaufführung der Geschichte El Pasos ist. Schon die Hinfahrt war die Tour wert. Wir fuhren über die Transmountain Road, eine Straße die die Westseite mit der Ostseite durch die Franklin Mountains hindurch verbindet, und dann ging es wieder weiter in die Berge hinein in den McKelligon Canyon, wo sich das McKelligon Canyon Theater befindet, dass in die Bergwand integriert ist. Die Aufführung war sehr bunt und die Glitzerkostüme am Anfang und am Ende kamen mir etwas fehl am Platze vor, jedoch war die Hauptshow erstaunlich gut gemacht. Ich selber durfte zwar keine Bilder machen von der Aufführung, aber wer sich Photos von der bunten Aufführung anschauen möchte, findet hier ein Album. Hier sind auch noch ein paar Bilder von dem Theater selber:




- - - - - - - - - - - - - -

Da mein Chef letzte Woche von Mittwoch bis Samstag in Mexico war, war ich in dieser Zeit im Büro auf mich alleine gestellt. Glücklicherweise gab es keine Notfälle bezüglich der Medien oder anderer PR Arbeit, jedoch kann ich auch nicht sagen, dass ich wirklich beschäftigt war... Nach Hause geschickt hat mich allerdings auch keiner. Na ja, gib mir Internet und ich kann mich auch so beschäftigen. Freitag war dann wieder ein Konzert und diesmal hat Windy City den ganzen Abend Songs von "Chicago" zum Besten gegeben - einfach klasse! Bislang auch das größte Freitagskonzert! Hier ein paar Impressionen:


"Old Guys Rule" - Soll so viel heißen wie: Alte Männer haben die Hosen an, sind cool.


Der hatte auf alle Fälle seinen Spaß!

Nein, kein Deutscher. Nachdem ich zu ihm meinte, dass er doch ein cooles Shirt anhätte hatte er mich nur gefragt, ob ich Deutsch sprechen würde - er könne es nämlich nicht.
Er war allerdings mal da und mag das Land...na immerhin etwas ;)

- - - - - - - - - - - - - -

Am Samstag sind wir dann nach New Mexico gefahren um mit den Großeltern deren Geburtstage zu feiern. Sie ist 86 und er ist 88 geworden. Beide sind noch super fit und ich kann nur hoffen, dass ich später mal genauso altere. Abends ging es in ein Restaurant, dessen Menü uns mehr als ein Mal zum Grübeln brachte. Gemeinsam kamen wir dann zwar meistens auf die Lösung, jedoch war der Kellner bei den Lücken auch nicht gerade der Hilfreichste ;) Was die Portionen angeht, erinnerten mich diese an eine Werbung für eine Kreditkarte hier, wo ein Pärchen sehr lange auf eine Reservierung in einem Restaurant warten muss und als dann der Abend endlich gekommen ist, kommt der Kellner mit den Tellern die ihn zu dem Spruch verleiten, dass das Essen doch wie für Elfen gemacht aussehe. Wir sind dann allerdings nicht anschließend noch an die Tanke um mit unseren Kreditkarten Snacks zu kaufen :) Da es in dem Restaurant allerdings jeden Tag eine wechselnde Karte gibt, war die Auswahl etwas beschränkt, so dass meine Wahl sehr einfach gemacht wurde: Ich habe den Heilbutt genommen - mit Fenchel, Knoblauch und lilanen essbaren Blüten. Außer Chris, die auch den Heilbutt genommen hat, haben alle anderen Jacobsmuscheln gewählt. Mir ist aufgefallen, dass es diese hier sehr oft auf Speisekarten gibt. Täusche ich mich, oder gibt es die bei uns eher selten in Restaurants?






Nicht gerade der typische SUV...


- - - - - - - - - - - - - -

Ansonsten wird der Dollarkurs immer besser fuer uns, was fuer mich im Moment allerdings eher schlecht ist, da ich mein Gehalt ja in Dollar bekomme…

Auch wenn hier das Geschrei wegen den "hohen" Benzinpreisen stetig steigt, so genießen Europäer hier richtiggehend den Gang an die Zapfsäule. Gestern habe ich vollgetankt (53 Liter) und habe dafür "gerade mal" 31€ bezahlt. Das sind 0,58€/Liter. Gut, ich muss dazu sagen, dass ich 50 Cent/Gallone (3.78l) weniger bezahlt habe als sonst. Wenn man hier bei Albertsons (Supermarkt) für mehr als $100 einkauft bekommt man diesen Rabatt für deren Tankstellen. Hat bei der Menge immerhin $7 ausgemacht.


- - - - - - - - - - - - - -

Nun ist aber mal genug für heute! Sonst bekommt ihr noch viereckige Augen oder nicht mehr nach mit dem Lesen ;)